Login

Sommer, Strand und Spendenflaute

vom: 27.07.2015

Spendenbereitschaft der Deutschen macht im Juli Urlaub

Alles hat seine Zeit. Auch die Bereitschaft, Hilfsorganisationen durch Spenden zu unterstützen, unterliegt starken jahreszeitlichen Schwankungen. Traditionell werden Spitzenwerte im Dezember („Weihnachtsspende“) erreicht, Negativrekorde erzielen die Sommermonate. Laut „Bilanz des Helfens“, einer Studie, die jährlich im Auftrag des Deutschen Spendenrats e.V. durchgeführt wird, spendeten die Deutschen im vergangenen Dezember rund eine Milliarde Euro, im Juli 2014 hingegen kamen gerade einmal 294 Millionen Euro zusammen, weniger als ein Drittel also.
Dass die deutsche Bevölkerung diese sommerliche Zurückhaltung zeigt, ist vermutlich darin begründet, dass der klassische Sommerurlaub ansteht – und bezahlt werden muss.

Ebbe in der Urlaubskasse
Nach Angaben der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) gaben die Deutschen im vergangenen Jahr rund 67 Milliarden Euro für Urlaub aus; zählt man die Kurzurlaubsreisen hinzu, steigen die Ausgaben sogar auf 87 Milliarden Euro. Durchschnittlich zahlte jeder Reisende 1071 Euro. Für eine Familie mit Kindern können die Ausgaben für den Sommerurlaub entsprechend leicht zur Ebbe auf dem Konto führen, zumal sich nur weit weniger als die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland über ein Urlaubsgeld freuen dürfen.          

Biergarten statt Tagesschau
Ein weiterer Grund für die sommerliche Spendenflaute liegt vermutlich in den geänderten Lebens- und Freizeitbedingungen, die die warme Jahreszeit mit sich bringt. Wer verbringt schon einen schönen Sommerabend vor dem Fernseher, wenn eine Terrasse oder ein  Biergarten in der Nähe ist?
Nun sind es aber gerade die medial vermittelten Katastrophenmeldungen, die mit ihren aussagekräftigen Bildern unsere Spendenbereitschaft erhöhen. Wenn sie denn gesehen werden.

Natur-, Umwelt- und humanitäre Katastrophen machen keinen Urlaub
Um ihre laufenden Projekte finanzieren zu können und bei akuten Katastrophen schnelle Hilfe leisten zu können, sind Hilfsorganisationen zum Glück der Bedürftigen und Opfer nur zu einem Teil auf Einmalspenden angewiesen. Ein großer Teil der Einnahmen stammt von (Förder-) Mitgliedern, die regelmäßig auf die Konten der Organisationen spenden. Sie sichern das finanzielle Fundament der Organisationen, so dass Hilfe möglich ist. In jeder Jahreszeit.

Fundraiser machen die Arbeit der Hilfsorganisationen bekannt
Die service94 GmbH in Burgwedel bei Hannover betreibt seit 1984 Sozialmarketing, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit für humanitäre Vereine und Verbände, für den Natur- und Tierschutz. Rund 180 Beschäftige sind täglich deutschlandweit im Einsatz, um Förderer und Mitglieder zu gewinnen.