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Alle Hände voll zu tun - Hilfsorganisationen kennen keinen Urlaub

vom: 21.08.2013

Kinderarmut, steigende Obdachlosenzahlen und Katastrophenschäden stellen Hilfsorganisationen vor wachsende Herausforderungen. Die Fördererwerbung durch Fundraiser wird immer wichtiger.

Sie schleppen Sandsäcke bis zur Erschöpfung, bringen Hilfsgüter in Katastrophengebiete, sie organisieren Tafeln für Bedürftige, verteilen Kleidung an Kinder in Not, sie trösten Angehörige von Unfallopfern – sie sind überall dort, wo sie gebraucht werden.
Die teils ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen haben auch in diesem Jahr wieder alle Hände voll zu tun.
Obwohl Deutschland die größte Volkswirtschaft in der Europäischen Union und die viertgrößte der Welt ist, können die finanziellen oder sogar existenziellen Probleme vieler Menschen nicht von öffentlicher Seite gelöst werden. 

Noch immer kein Durchbruch bei der Bekämpfung der Kinderarmut
In Deutschland wachsen etwa 1,2 Millionen Kinder in relativer Armut auf. "Es ist enttäuschend, dass Deutschland es nicht schafft, die materiellen Lebensbedingungen für Kinder entscheidend zu verbessern", so der Geschäftsführer von Unicef-Deutschland, Christian Schneider. Fast 5 Prozent aller deutschen Mädchen und Jungen müssen auf eine tägliche warme Mahlzeit verzichten,
4,4 Prozent haben keinen Platz, an dem sie ihre Hausaufgaben machen können, 3,1 Prozent der unter 16–Jährigen bekommen nie neue Kleidung.

Immer mehr Menschen ohne Dach über dem Kopf
Auch erwachsene Bundesbürger sind zunehmend von Armut betroffen: Die Zahl der Obdachlosen ist seit 2010 um 10 Prozent auf fast 300.000 gestiegen. Laut einer Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) könnte die Zahl der Wohnungslosen bis zum Jahr 2016 auf 380.000 anwachsen.
Hilfsorganisationen versorgen obdachlose Menschen mit warmen Mahlzeiten und Kleidung; sie organisieren ärztliche Behandlungen und stellen Notunterkünfte zur Verfügung.

Teuerste Naturkatastrophe in der Geschichte Deutschlands
Die in der Geschichte Deutschlands bislang teuerste Naturkatastrophe, das Frühjahrshochwasser in Bayern, Sachsen und Thüringen, wird, vorsichtigen Schätzungen zufolge, mindestens 15 Milliarden Euro kosten. Es vernichtete Existenzen und Ökosysteme. Freiwillige Helfer waren rund um die Uhr im Einsatz, um noch das Schadensausmaß so weit wie möglich zu begrenzen.
Ein vorläufiges Ende derartiger Flutkatastrophen ist übrigens nicht in Sicht, im Gegenteil. 
Der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungen Alexander Erdland warnt vor dem Begriff „Jahrhunderthochwasser“, er suggeriere, dass nun für 100 Jahre Ruhe sei. Nach einer Studie von führenden Klimaforschern müsse bis zum Ende dieses Jahrhunderts mit einer Verdopplung oder sogar mit einer Verdreifachung der Schäden an Rhein, Elbe, Weser, Ems und Donau gerechnet werden.

Spendensituation in Deutschland
Rund ein Drittel der Deutschen spenden mindestens einmal jährlich an Hilfsorganisationen, Kirchen oder gemeinnützige Organisationen. 75 Prozent der Spenden kommen humanitären Einrichtungen zugute, rund 6 Prozent dem Tier- und 4 Prozent dem Naturschutz.
Die durchschnittliche Spendenhöhe liegt bei rund 29 Euro, das Gesamtspendenvolumen der privaten Spenden bei 4,2 Milliarden Euro (2012).
Erfolgreiches Fundraising ist für die große Spendenbereitschaft der Deutschen mitverantwortlich. Mit Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit und direkten Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern in der Öffentlichkeit werden Förderer gewonnen, die dazu beitragen, dass Hilfe möglich wird.

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