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Präsidentschaftswahlkampf in den USA erfordert phantasievolles Fundraising

vom: 29.11.2012

service94 auf der Suche nach neuen Strategien

Die Wiederwahl des 44. US-Präsidenten Barack Obama im November 2012 kostete die Rekordsumme von rund 6 Milliarden Dollar.
Ein Urteil des obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten aus dem Jahr 2010 erleichterte den Spendenmarathon dadurch erheblich, dass Unternehmen Privatpersonen gleichgestellt wurden. Mit der Begründung, auch für Unternehmen gelte das Recht auf freie Meinungsäußerung, konnten Vorstandschefs erstmal tief in die Firmenkassen greifen, um ihren Favoriten finanziell zu pushen.
Nun soll es an dieser Stelle - wenngleich naheliegend - nicht um Lobbyismus gehen (Wall Street, Öl und Bauindustrie halfen Romney, die Versicherungsbranche und Hollywood spendeten für Obama); vielmehr richten wir das Augenmerk auf die Fundraising-Aktivitäten des US-Wahlkampfs.
Laut Lobbyismus-Experten Craig Holman (im Interview mit taz.de vom 30.04.2011) verbringen amerikanische Politiker rund 30% ihrer Arbeitszeit damit, Fundraising zu betreiben.
Ein als konservativ geltendes Instrument zur Spendenakquise, das Fundraising-Dinner, brachte Barack Obama rasch 6 Millionen Dollar ein. Tagelang kreisten die Helikopter im Mai dieses Jahres über dem Laurel Canon in Kalifornien, um auf das Großereignis vorzubereiten. Kein geringerer als George Clooney hatte zum Abendessen eingeladen - das wohl lukrativste Galadinner in der amerikanischen Geschichte. Unter dem Motto: "Obama, Clooney and You" dinierten 150 wohlhabende Gäste mit den beiden Superstars aus Politik und Film für utopische 40.000 Dollar pro Essen, das (immerhin!) angeblich "wesentlich besser als bei den Oscars" gewesen sein soll. Weitere 6 Millionen Dollar waren im Vorfeld der Veranstaltung über ein anderes Fundraising-Instrument eingenommen worden:
Einige Tickets für das Galadinner bei Clooney waren über das Losglück zu ergattern gewesen. Per E-Mail - Betreff: "Obama, Clooney and you" - waren Obama-Anhänger zur Ticketverlosung eingeladen worden; verbunden mit einer notwendigen Spende (egal welcher Höhe), die dann direkt in die Wahlkampfkasse des alten und neuen Präsidenten ging.
Auch die Nähe zur Film- und Popkultur brachte dem Präsidenten Sympathisanten, Wähler und - natürlich - Spender. Katy Perry gab auf ihren zu engen und zu kurzen Latexkleidern Wahlempfehlungen, Scarlett Johansson trommelte für Obama, ebenso Cameron Diaz, Beyoncé und Stevie Wonder.
Ob die Unterstützung durch so viel Prominenz zur Wiederwahl Obamas geführt hat oder ob andere Faktoren wie beispielsweise seine politische Ausrichtung die ausschlaggebende Rolle spielten, bleibt Spekulation.
Welche Erkenntnis lässt sich aus den Fundraising-Aktivitäten im US-Wahlkampf für ein Unternehmen wie service94 in Burgwedel bei Hannover ableiten?
Die Förderung durch berühmte Persönlichkeiten verbessert das Image einer Organisation, steigert die Zahl der Anhänger und sorgt für eine hohes Spendenaufkommen.
Bleibt nur die Frage: Wer hat die Nummer von George Clooney?